Fasching in Kroatien
Es gibt einige Faschingsfeierlichkeiten, die man sofort mit einer bestimmten Stadt in Verbindung bringt. Hört man Karneval, denkt man beispielsweise an Venedig, an Rio de Janeiro oder an Köln. Doch auch der Karneval in Kroatien ist eine bunte, fröhliche Angelegenheit. Je nach Region feiert man ihn in unterschiedlicher Ausprägung und mit anderen Traditionen. Am bekanntesten sind jene Feierlichkeiten in Rijeka (Kvarner Bucht) und Samobor (Zagreb). In Dalmatien feiert man aber mindestens ebenso beherzt, wenn auch in etwas kleinerem Rahmen.
2. Februar 2026
Fasching in Dalmatien
Während hierzulande der Fasching hochoffiziell im jeweiligen Vorjahr am 11. November um 11 Uhr 11 beginnt, legt man in Kroatien erst am 17. Januar los. Das Datum sieht weniger witzig aus als der 11.11., wurde aber nicht zufällig gewählt. Es handelt sich dabei nämlich um den Gedenktag des Hl. Antonius (Sv. Antun), den man auch auf Brač feiert. Rund um den Antonius-Tag gibt es Volksfeste mit gutem Essen und Musik. Dass man damit auch gleich den Startschuss der närrischen Zeit feiern kann, ist durchaus praktisch. In Kroatien kennt man diese unter verschiedenen Namen, abhängig von der Region, in der man sich gerade befindet: Poklare, Fašnik, Mesopust, Maškare. Das Brauchtum zum Karneval in Kroatien hat – ähnlich wie in anderen Ländern – bestimmte Traditionen und Figuren entstehen lassen.
In Dalmatien ist eine davon Krnjo. Dabei handelt es sich um eine Puppe, die man mit Stroh füllt. Sie ist sozusagen der Sündenbock für alles Schlechte im vergangenen Jahr: das Wetter, Geldsorgen, die politische Lage, Beziehungsprobleme. Kranjo bekommt in einer Art "Prozess" vor "Gericht" alle Schuld aufgeladen. Und dann findet der arme Kerl sein Ende, meist indem er verbrannt wird. Dadurch verabschiedet man sich symbolisch von Negativem und macht der Hoffnung Platz. Selbstverständlich passiert all das, während zahlreiche Zeugen anwesend sind.
Karneval feiern im Süden
Selbstverständlich verkleiden sich die Zuschauer und Zuschauerinnen. Sie sind als sogenannte Maškare unterwegs, also als Maskierte. Sie übernehmen am Faschingdienstag symbolisch die Macht über eine Stadt oder ein Dorf. Umzüge mit vielen Teilnehmenden und Prozessionen prägen dann das Stadtbild. Die Kostümierung fällt dabei überaus unterschiedlich aus. Batman und Robin sind ebenso unterwegs wie Prinzessinnen und Polizisten. Auch regionale Politik-Größen werden dabei aufs Korn genommen. In die Vorbereitung vieler der Faschingswägen fließen viele Arbeitsstunden. Oft beginnen die Gruppen schon im Sommer damit. Den Höhepunkt und Abschluss des Tages bildet dann die Verbrennung des Krnjo. Damit wartet man, bis es sich ausgefeiert hat – dann können nämlich die Sünden des närrischen Tages auch gleich mitverbrannt werden ...
So, wie man in Österreich während der Faschingszeit gerne Krapfen isst, gibt es auch in Kroatien eine kulinarische Tradition. Auch hier kennt man in Öl ausgebackenen, süßen Teig. Allerdings ist die dalmatische Version des Krapfens, fritule genannt, kleiner und ganz rund. Man isst sie mit Zucker bestreut oder mit Schokoladensauce. Ihre Hochsaison beginnt mit der Weihnachtszeit. Ähnlich verhält es sich mit Kroštule. Dabei handelt es sich um längliche, breite Teigstreifen, die ebenfalls in Öl gebacken werden.
Berühmte Faschingsfeste im Süden
Dem Faschingsspaß begegnet man in allen Teilen des Landes, allerdings werden seine Traditionen in unterschiedlicher Ausprägung gewahrt. Auf der dalmatischen Insel Lastovo zum Beispiel geht man dem Brauchtum der "fünften Jahreszeit" mit besonderer Ehrfurcht nach. Hier feiert man Poklad, eine Erinnerung an jenen Moment, als Gott Piraten von der Insel vertrieben haben soll. Sie richten schon am Montag die sogenannte Poklad-Puppe her: aus Stroh und Erde geformt, versieht sie ein Schneider mit einem Outfit. Andere stellen sogenannte Faschingsbomben aus Schießpulver und Alufolie her. Sind die Vorbereitungen fertig, versammelt sich die männliche Dorfgemeinschaft schrecklich kostümiert, um Eier einzusammeln. Sie dienen am Aschermittwoch als Essen.
Am Faschingdienstag verkleiden sich die Frauen hübscher und paarweise. Sie führen am Rathausplatz einen Tanz auf, nach dem sie gemeinsam mit den Männern den Bürgermeister aufsuchen. Er soll erlauben, die Poklad-Puppe an ein Seil gebunden von einem Hügel schleifen zu dürfen, um ihn anschließend zu verbrennen. Im Grunde handelt es sich um eine Variante der Krnjo-Tradition. Die einzelnen Elemente der seit Jahrhunderten festgelegten Feier ziehen jede Menge Zuschauer an, die bei Musik und mit Getränken bis spät in die Nacht feiern.
Tipp!
Mit dem Ende der Faschingszeit ist auch die dunkelste Zeit des Jahres vorüber. Die Tage werden wieder länger, langsam gewinnt die Sonne außerdem an Kraft. Wenn die Natur wieder zum Leben erwacht, endet auch im Hotel Lemongarden die jährliche Winterpause. Wenn wir ab 26. April 2026 wieder Gäste in unserem Hideaway direkt am Meer begrüßen, ist das der Startschuss für eine weitere unvergessliche Saison auf Brač. Buchen Sie schon heute Ihre Auszeit bei uns!