Die Kraft der Stille
Die Welt ist schnell, laut und fordernd geworden. Das ist nicht nur gefühlt so, sondern eine Tatsache. Man schätzt, dass es pro Sekunde 11 Millionen Reize sind, die das Gehirn verarbeitet. Dank Smartphones, Radio und Internet sind das deutlich mehr als zum Beispiel noch vor 100 Jahren. Unser Gehirn filtert diese Reize und lässt uns etwa 40 davon bewusst wahrnehmen. Das ist Leistungssport - und kann auf Dauer sehr ermüdend sein.
27. November 2025
Die Folgen von Reizüberflutung
Wenn wir uns gestresst, gereizt, hektisch oder dauermüde fühlen, sind wir schnell geneigt, die Ursache dafür in unserer ewig langen To-Do Liste zu suchen. Dabei muss es nicht immer der Job oder die Familie sein, die einen fordert - es kann auch der Lärm des Alltags sein, also der ständige Strom an Reizen. Langfristig können dadurch Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungseinbrüche, Angstzustände, depressive Verstimmung oder auch Schlafstörungen entstehen.
Die Kraft der Stille nutzen
Wird es still um uns und nehmen Reize ab, kann sich das Gehirn erholen. Es fokussiert sich neu, wodurch neue Ideen, kreative Gedanken und andere Sichtweisen Platz finden. Reduzieren wir, was von außen auf uns einprasselt, können wir uns wieder mehr auf uns selbst fokussieren. Eigene Werte, echte Wünsche, Selbsterkenntnis und unser Bauchgefühl haben wieder eine Chance, zu uns durchzudringen. Wir nehmen unsere Gefühle bewusst wahr und können sie besser verarbeiten, weil wir uns nicht einfach nur ablenken. Das kann zu mehr Ausgeglichenheit führen. Fällt der Vergleich mit anderen Menschen, den uns Social Media so leicht macht, weg, steigt die Zufriedenheit.
Auch auf körperlicher Ebene wird die Kraft der Stille schnell spürbar: wir schlafen besser, können uns besser konzentrieren und merken uns mehr. Durch Phasen der Stille sinken der Blutruck und das Stresshormon Cortisol deutlich. Dadurch wird auch das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfall und andere stressbedingte Erkrankungen nieriger. Es gibt Forschungsergebnisse, die weiteres darauf hindeuten, dass durch Stille neue Nervenzellen im Hippocampus wachsen. Sie sind wichtig für Orientierung und Gedächtnis.
Wie Stille gelingt
Es klingt so einfach: das Handy bewusst einen Abend lang komplett weglegen. Statt zur Fernbedienung zu einem guten Buch greifen. In der Praxis ist diese Übung aber mit viel Selbstdisziplin verbunden. Der Grund dafür ist in unserem Belohnungssystem zu finden. Denn jedes Like und jede Benachrichtung - eigentlich die Erwartung derselbigen - löst im Gehirn eine Dopamin-Ausschüttung aus. Weil sich das ziemlich gut anfühlt, wollen wir davon immer mehr. Ein suchtartiges Verhalten ist die Folge. Wie bei anderen Süchten auch, muss die Dosis irgendwann erhöht werden, weil die ständige Aktivierung langsam abstumpft.
Wer sich mit dem "kalten Entzug" schwer tut, kann damit beginnen, jeden Tag eine Viertelstunde Stille einzuplanen. Dabei tun Sie ganz einfach nichts. Sie können meditieren und die Gedanken einfach herumfliegen lassen. Sie können aus dem Fenster schauen oder mal wieder bewusst eine Tasse Tee in absoluter Stille trinken. Wichtig ist nur, dass Sie sich in dieser Zeit nicht ablenken und nicht ablenken lassen. Keine Musik, kein Handy, kein Podcast. Steigern Sie diese Zeit. Verordnen Sie sich eine Stunde vor dem Schlafengehen schon "Lärm"-Verbot. Und lassen Sie das Handy vor der Schlafzimmertür.
Stille im Olivenhain
Unsere Gäste im Hotel Lemongarden berichten immer wieder davon, welch ein Kraftort unser Olivenhain ist. Wer unter einem der uralten Bäume Platz nimmt und nur das Zirpen der Zikaden oder das Zwitschern eines Vogels im Ohr hat, fühlt sich danach gestärkt, bestärkt und bereit für neue Abenteuer. Aktuell sammeln auch wir in der Winterpause neue Kraft, ebenso wie die Natur rund um das Boutique Hotel direkt am Meer. Wir freuen uns aber schon darauf, ab April 2026 wieder Gäste begrüßen zu dürfen und hoffen, dass Sie ebenfalls dazu zählen werden.
Tipp!
In unserem Hotel Lemongarden Blog "Flaschenpost" finden Sie viele inspirierende Artikel zu den unterschiedlichsten Themen. Fangen Sie zum Beispiel jetzt schon an, mit unseren Reiseführer Brač Ihren Aufenthalt zu planen. Buchungen für 2026 sind bereits möglich.