Milchstraße, © Tyler Rutherford, Unsplash

Sterne beobachten auf Brač

Der Nachthimmel über der Insel

1973 rief der damalige Präsdient der Astonomischen Vereinigung Nordkaliforniens, Doug Berger, den internationalen Tag der Astronomie ins Leben. Er wollte mehr Menschen für die Geschehnisse am Nachthimmel begeistern. Mittlerweile erfreut sich der World Astronomy Day so großer Beliebtheit, dass er sogar zweimal jährlich abgehalten wird: im Frühling und im Herbst. Das nächste Mal ist es am 19. September soweit. Es braucht aber natürlich keinen internationalen Gedenktag, um die Sterne über Brač zu beobachten.

3. August 2026

Faszination Weltall

Wenn über einen die Sterne funkeln und vielleicht sogar die ein oder andere Sternschnuppe ihre leuchtende Bahn über den Nachthimmel zieht, können die meisten Menschen nicht anders, als sich zu staunen. Vielleicht hat dieses Gefühl mit der beruhigenden Gewissheit zu tun, dass schon unsere Urahnen dieselben Sterne erblickten und manches eben doch Generationen überdauert. Vielleicht ist es auch Demut vor der Unbegreiflichkeit der Weite des Weltalls. Oder einfach pure Faszination. Nicht nur während der berühmten Perseiden-Nächte im Hochsommer, wenn besonders viele Sternschnuppen zu sehen sind, lohnt sich der Blick nach oben.

Im September wird es nämlich beispielsweise schon früher dunkel und die Nächte dauern lang. Meistens ist es noch angenehm mild, wodurch ideale Bedingungen zum Sternebeobachten auf Brač herrschen. Über dem Meer herrscht wenig Lichtverschmutzung und weil es keine großen Städte gibt, sind die Sterne am Nachthimmel über der Insel ohnehin sehenswert. Ein paar Highlights für astronomisch Interessierte haben die kommenden Monate auch zu bieten: Der Saturn steht der Sonne gegenüber. Dadurch wird er besonders gut angestrahlt und erreicht seinen Helligkeits-Höhepunkt des Jahres. Er ist im Süden gut zu sehen. 

Brač und die Astronomie

Sterne beobachten auf Brač – das kann auf eine besonders lange Geschichte zurückblicken. Denn hier stand einst das drittstärkste Teleskop Kroatiens, genauer: in der Eremitage Blaca. Dabei handelt es sich um eine Einsiedelei, die im 16. Jahrhundert von katholischen Priestern gegründet wurde. Zunächst suchten sie nur Schutz in einer Höhle, doch nach und nach bauten die Männer ein Kloster und eine Kirche. Sie führten ein genügsames Leben in der Abgeschiedenheit.

Der letzte Mönch und Leiter des Klosters, Pater Nikola Miličević, war leidenschaftlicher Astronom. Er kaufte Anfang des 20. Jahrhunderts in Österreich ein Teleskop, das einer Sensation glich. Es war das größte Teleskop auf dem Balkan, ist bis heute das drittstärkste Teleskop in ganz Kroatien und wog 900 Kilo. Mühsam musste es mit reiner Körperkraft und der Hilfe von Eseln in die Eremitage befördert werden. Dort steht es übrigens bis heute und kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Weltberühmter Astronom auf Brač

Miličević gelangen sogar Entdeckungen von wissenschaftlicher Bedeutung. Er entdeckte zwei Novae, also plötzliche Helligkeitsausbrüche. Außerdem machte er zwei Kometen am Nordhimmel aus. Der Mönch beschäftigte sich auch mit der Berechnung von Umlaufbahnen und publizierte regelmäßig im Wiener Fachmagazin "Astronomische Nachrichten." Die Präzision seiner Berechnungen beeindruckte die astronomische Gemeinschaft; Miličević stand im ständigen Briefwechsel mit großen Observatorien in den USA. 

Schon das war ein logistischer Aufwand, den man sich heute nicht mehr vorstellen kann: Im Blaca Tal gab es natürlich keinen Strom und keine Telefone. Die Briefe aus den USA kamen im Hafen von Split an, wurden weiter nach Brač transportiert und von dort von den Mönchen zu Fuß oder mit Eseln ins Kloster gebracht. Trotz der internationalen Anerkennung in der Fachwelt führte der Mönch ein bescheidenes und gottesfürchtiges Leben. Himmelsphänomene nach sich selbst zu benennen, wäre ihm nie in den Sinn gekommen. Die Internationale Astronomische Union gedachte dem kroatischen Astronomen aber im Jahr 2005 in doppelter Hinsicht: Man benannte den Himmelskörper 10241 offiziell Nikola Miličević, der Himmelskörper 10645 erhielt den Namen Brač.

Nachthimmel, © Johannes Plenio, Unsplash

Der Nachthimmel über Brač

Sie möchten gerne unvergessliche Blicke in den Nachthimmel wagen? Zahlreiche Spots auf Brač sind prädestiniert für Himmelsbeobachtungen und Astrofotografie. An mehreren Orten der Insel sieht man zum Beispiel die Milchstraße mit freiem Auge, zum Beispiel vom Gipfel des Vidova Gora. Man kann mit dem Auto bis hinauffahren, so dass man schweres Equipment nicht weit tragen muss. Oberhalb des Tals von Blaca, in der Nähe des Parkplatzes, ist es vollkommen dunkel. Hier in der Nähe hat Miličević seine Beobachtungen angestellt.

Südlich von Bol und Murvica liegen einsame Buchten, in denen man hervorragend Sterneschauen kann. Im Rücken hat man die Felsen, die sämtliche Lichtverschmutzung abhalten. Vor einem liegt das offene Meer, über dem es besonders dunkel ist. So dunkel, dass die Milchstraße sehr kontrastreich zu erkennen ist.

Tipp!

Wenn Sie gerne zu einer nächtlichen Exkursion aufbrechen möchten, können Sie dafür einen unserer Mini Cooper ausleihen. Achten Sie darauf, einen Abend mit klarem Himmel und ohne Vollmond zu wählen. Ideal ist die Neumondphase. Verwenden Sie keine Smartphone-Bildschirme, damit sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen können.

Zur Buchung

 

Abendstimmung an der Lounge bar Marina bei Abendstimmung Kleiner Hafen bei Sonnenuntergang auf der Insel Brac